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FAQs

Der Wolf ist ein prägender Protagonist der alpinen und europäischen Kultur und Märchen: Er ist die Hauptfigur in unzähligen alten wie auch modernen Märchen und Sagen. Aber manchmal wird der Mythos mit der Realität verwechselt, und so entstehen falsche Vorstellungen. Zu lernen, sie zu erkennen, ist wichtig, um richtige von falschen Informationen unterscheiden zu können.

  • 01
    Sind Wölfe gefährlich für Menschen?

    In Europa gilt der Wolf nicht als gefährlich für den Menschen. Im Gegenteil, der Wolf neigt dazu, Menschen zu meiden, wie auch eine kürzlich durchgeführte Studie über Wölfe mit GPS-Halsbändern in Schweden gezeigt hat. Im Falle einer direkten Sichtung ist es wichtig, sich korrekt zu verhalten, um unnötige Störungen zu vermeiden, wie es normalerweise für alle Wildtiere üblich ist. Wölfe betrachten den Menschen nicht als Beute. Sie sind vor dem Menschen auf der Hut und halten, wenn möglich, einen Sicherheitsabstand ein. In den meisten Fällen, in denen sie Menschen begegnen, gehen sie spontan weg. Wie bei allen Wildtieren sollte man nicht versuchen, mit ihnen zu interagieren, auch sollte man sich Nahrungsquellen nicht nähern, Wölfe gezielt füttern oder Nahrungsreste zurückzulassen, um eine Gewöhnung (Habituierung) der Tiere an den Menschen zu vermeiden.

  • 02
    Hat es in der Vergangenheit Angriffe auf Menschen gegeben?

    In Archivdokumenten (z.B. Pfarrarchiven, Chroniken, Annalen, Verordnungen, Bekanntmachungen, Edikte, …) gibt es seit dem Mittelalter durchaus einige Berichte über Angriffe von Wölfen in ländlichen und alpinen Kontexten, die sich sehr von denen der heutigen Zeit unterscheiden. Damals war die menschliche Präsenz in alpinen Bereichen größer und die Zahl der Wildtiere, die dem Wolf als Beute zur Verfügung stand, viel geringer. Noch im 19. und am Beginn des 20. Jahrhunderts standen Mensch und Wolf (wahrscheinlich auch streunende Hunde) in ländlichen Regionen und vor allem in den alpinen Landschaften in direkter Konkurrenz um Raum- und Nahrungsressourcen. In Dokumenten aus dieser Zeit wird von Angriffen durch Wölfe berichtet, mit dem Ziel die Menschen zu fressen: Die Opfer waren meist Kinder oder seltener Frauen. Die Kinder mussten oft allein auf das Vieh beim Grasen aufpassen – eine bis Anfang 1900 in den Alpen weit verbreitete Praxis.

    Damals waren die Methoden zur Feststellung der Verursacher von Angriffen äußerst subjektiv. Im Gegensatz dazu kann heute mittels genetischer Analysen an biologischen Proben (z.B. Speichel am Biss) eine objektive und belastbare Feststellung des Verursachers ermöglicht. In Italien gab es, zumindest seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges (mit Ausnahme eines zweifelhaften Falles im Jahr 1946), keine Wolfsangriffe auf Menschen zum Zweck des Fressens mehr. Da der Wolf in Österreich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet wurde, gibt es keine rezenten dokumentierten Angriffe.

    Um mehr über Vorfälle zwischen Wölfen und Menschen auf der ganzen Welt zu erfahren, bietet das Dokument (von dem Predators that Kills Humans, 2016, ein Update ist) „Die Angst vor Wölfen“, die auch auf Französisch kostenlos heruntergeladen werden kann, die vollständigste Auflistung.

  • 03
    Wie lässt sich die Angst vor dem Wolf erklären?

    Der Mensch ist, wie alle anderen Lebewesen, das Ergebnis einer langen Evolutionsgeschichte, zu der sicherlich auch die Angst vor den großen Beutegreifern gehört, die seit Jahrtausenden Feinde und Konkurrenten unserer Vorfahren waren. Der schlechte Ruf des Wolfes wird nur teilweise durch die in der Vergangenheit dokumentierte Angriffe auf den Menschen gerechtfertigt. Zu dieser berechtigten Furcht unserer Ahnen, die wir unbewusst in uns tragen, sind im Laufe der Jahrhunderte Legenden, Gerüchte und Fabeln gestoßen, die den Wolf als ein Sinnbild des Bösen darstellen. Viele kulturelle Eindrücke haben so unsere Sicht des Wolfes verzerrt, indem sie ihn manchmal mehr wie einen Menschen erscheinen ließen (mit menschlichen Verdiensten und menschlichen Fehlern), und häufiger stellten sie ihn als die Inkarnation des absolut Bösen dar.

    Aber wer ist der Wolf wirklich? Er ist schlicht und einfach ein Wildtier, über das uns die wissenschaftliche Forschung genug offenbart hat, um Neugierde, Bewunderung, aber auch Respekt zu fördern. Die richtige Distanz zwischen dem Menschen und dem Wolf zu finden, ist komplex. Es geht darum, den Umgang mit einem wilden Tier zu lernen, das respektiert werden muss, ohne sich einzumischen, ohne Vertrauen und ohne Angst.

  • 04
    Gibt es heute noch Angriffe auf Menschen?

    Heute ereignen sich Unfälle zwischen Wölfen und Menschen vor allem in Gebieten der Welt, in denen die Tollwut noch immer präsent ist und oftmals in ganz anderen Zusammenhängen als in Europa (z.B. in Asien). In Europa und Nordamerika wird das Risiko, von einem Wolf angegriffen zu werden, als sehr gering eingeschätzt – vor allem wenn man die Vorgeschichte dokumentierter Angriffe im Verhältnis zur Anzahl der Wölfe in den verschiedenen Populationen betrachtet. In Europa wurde zuletzt im Jahr 1974 in Spanien ein Mensch von einem Wolf getötet. Angriffe könne jedoch niemals absolut ausgeschlossen werden, zum Beispiel von Wölfen, die habituiert sind oder die gezielt von Menschen angefüttert wurden. Ein spezifisches Management zur Verhinderung von Unfällen mit Menschen ist in diesen Fällen notwendig.


    Bei einer Population von etwa 60.000 Wölfen in Nordamerika wurden im Zeitraum von 2002 bis heute beispielsweise nur zwei Ereignisse erfasst, bei denen Menschen durch einen Angriff von nicht an Krankheiten leidenden Wölfen getötet wurden (Quelle: Alaska Department of Fish and Game). Diese Episoden betreffen abgelegene Gebiete mit einer sehr dünnen Besiedelung, die nicht einmal annähernd mit der in den Alpen vergleichbar ist (z.B. gibt es in den Alpen durchschnittlich 60 Einwohner pro Quadratkilometer, in Alaska 0,43 Einwohner pro Quadratkilometer).

     

  • 05
    Können Wölfe Tollwut übertragen? Ist diese Krankheit für Menschen gefährlich? Erhöht ihre Anwesenheit die Möglichkeit sich mit Tollwut anzustecken signifikant?

    Tollwut ist eine tödliche Krankheit, die das Zentralnervensystem von wildlebenden Säugetieren (insbesondere Füchse, Dachse, Baummarder, manchen Pflanzenfressern usw.), sowie Haustieren (Hunde, Katzen, Frettchen, Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen usw.) befällt und eine Zoonose ist, d.h. eine Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Das Virus (Lyssavirus) ist im Speichel des erkrankten Tieres vorhanden und kann durch einen Biss, ein Kratzen oder den einfachen Kontakt des Speichels mit den Schleimhäuten oder der nicht intakten Haut auf alle anderen Säugetiere – auch den Menschen – übertragen werden. In Europa werden in der EU/EWR jährlich nur sehr wenige Fälle von Tollwut beim Menschen gemeldet, und in den meisten Mitgliedstaaten gibt es seit Jahrzehnten keine endemischen Fälle mehr.

    In Europa werden Tollwutbisse typischerweise von Füchsen und streunenden Hunden, aber auch gelegentlich von Waschbären gemeldet. Der Wolf stellt kein spezifisches Risiko für die Übertragung dieser Zoonose dar.

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