{"id":16955,"date":"2022-05-05T08:41:00","date_gmt":"2022-05-05T08:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/?p=16955"},"modified":"2022-06-28T09:30:40","modified_gmt":"2022-06-28T09:30:40","slug":"warum-ist-es-wichtig-zu-wissen-was-woelfe-fressen-eine-studie-ueber-das-erste-rudel-in-der-ebene-von-alessandria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/warum-ist-es-wichtig-zu-wissen-was-woelfe-fressen-eine-studie-ueber-das-erste-rudel-in-der-ebene-von-alessandria\/","title":{"rendered":"Warum ist es wichtig zu wissen, was W\u00f6lfe fressen? Eine Studie \u00fcber das erste Rudel in der Ebene von Alessandria"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Analyse der Ern\u00e4hrung von gro\u00dfen Beutegreifern ist nicht nur aus \u00f6kologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht von grundlegender Bedeutung, da diese Arten h\u00e4ufig als Bedrohung angesehen werden. Sie k\u00f6nnen sich sowohl von Nutztiere als auch von wildlebenden Huftieren ern\u00e4hren, was zu Konflikten mit menschlichen Aktivit\u00e4ten f\u00fchren kann &#8211; von der Viehzucht bis zur Jagd. Die Kenntnis ihrer Ern\u00e4hrungsweise in besonders sensiblen Gebieten wie in landwirtschaftlich intensiv genutzen Gegenden, in denen vielen Menschen leben und die Nutztierhaltung sehr pr\u00e4sent sind, kann einen weiteren Schritt zum Verst\u00e4ndnis dieser Art und hoffentlich zu einer friedlicheren Koexistenz mit ihr darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher wurden im Jahr 2021 zwei Diplomarbeiten des Dipartimento di Scienze della Vita e Biologia dei Sistemi der Universit\u00e4t Turin im Rahmen des Projekts LIFE WolfAlps EU und in Zusammenarbeit mit der Ente di gestione delle Aree Protette del Po piemontese durchgef\u00fchrt, um die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten des ersten Wolfsrudels zu beschreiben, das sich in der piemontesischen Ebene, genauer gesagt s\u00fcdlich der Stadt Alessandria, in der N\u00e4he des Flusses Orba, niederlie\u00df. Insbesondere die von den Studierenden Francesca Marras und Fabio Savini unter der Leitung von Prof. Francesca Marucco durchgef\u00fchrten Untersuchungen stellen die erste Studie \u00fcber die Ethologie und \u00d6kologie des Wolfes in den italienischen Ebenen dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Hinweis auf die Anwesenheit eines Wolfsrudels in dem Gebiet wurde im November 2019 bekannt, als ein Wolf im Weiler Retorto nahe der Gemeinde Predosa gesichtet wurde. Seitdem haben Mitarbeiter:innen und Parkranger:innen der Verwaltungsbeh\u00f6rde f\u00fcr die Schutzgebiete des Piemont das Rudel systematisch \u00fcberwacht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"574\" src=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-1024x574.png\" alt=\"\" data-id=\"15855\" data-link=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/?attachment_id=15855\" class=\"wp-image-15858\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-1024x574.png 1024w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-300x168.png 300w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-768x431.png 768w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-1536x861.png 1536w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-2048x1148.png 2048w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-640x359.png 640w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-1200x673.png 1200w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-2-1920x1076.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 98vw, (max-width: 1199px) 64vw, 770px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"574\" src=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-1024x574.png\" alt=\"\" data-id=\"15865\" data-full-url=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3.png\" data-link=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/?attachment_id=15865\" class=\"wp-image-15868\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-1024x574.png 1024w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-300x168.png 300w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-768x431.png 768w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-1536x862.png 1536w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-2048x1149.png 2048w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-640x359.png 640w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-1200x673.png 1200w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Schermata-video-3-1920x1077.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 98vw, (max-width: 1199px) 64vw, 770px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">The wolves of the Orba pack filmed with the photo traps positioned and monitored by the staff of the Ente Aree Protette del Po piemontese.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Untersuchungsgebiet des Dissertationsprojekts von Dr. Marras, das sich auf die Analyse der Ern\u00e4hrung der W\u00f6lfe konzentrierte, umfasste ein Gebiet von etwa 300 km\u00b2 in der Provinz Alessandria, wenige Kilometer s\u00fcdlich der Stadt. Das Gebiet ist gekennzeichnet durch \u00fcberwiegend flache Gebiete im Norden und h\u00fcgelige Gebiete im S\u00fcden, die durch den Flusslauf des Bormida und den Wildbach Orba gepr\u00e4gt sind. Mehr als 70 % der Fl\u00e4che werden landwirtschaftlich genutzt, fast 10 % sind st\u00e4dtische Gebiete und nur 13 % der Fl\u00e4che sind bewaldet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sammlung von Kot, der f\u00fcr die Analyse der Nahrungs\u00f6kologie unerl\u00e4sslich ist, wurde im Winter, von Januar bis April 2021, durchgef\u00fchrt. 124 km systematischer Transekte wurden wiederholt abgegangen: insgesamt wurden bei der Suche 867 km zur\u00fcckgelegt, was es erm\u00f6glichte, insgesamt 107 Losungen zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genetische Analysen von Kotproben erm\u00f6glichten es, alle Mitglieder des Rudels zu identifizieren: das fortpflanzungsf\u00e4hige Paar, d. h. das M\u00e4nnchen und das Weibchen, und vier weibliche T\u00f6chter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die am h\u00e4ufigsten vorkommende Beute sind Rehe (58 %), gefolgt von Hasenartigen (13 %) und Nutria (11 %), die zum ersten Mal im Piemont als Wolfsbeute nachgewiesen wurde. Wildschweine macht weniger als 10 % der Nahrung aus, ebenso wie Schafe, die als einziges Nutztier unter den wichtigsten Nahrungskategorien des Rudels auftauchen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"557\" src=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico-1024x557.png\" alt=\"\" data-id=\"15860\" data-full-url=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico.png\" data-link=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/?attachment_id=15860\" class=\"wp-image-15863\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico-1024x557.png 1024w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico-300x163.png 300w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico-768x418.png 768w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico-640x348.png 640w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico-1200x653.png 1200w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Grafico.png 1474w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 98vw, (max-width: 1199px) 64vw, 770px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Graph showing the sum, in percentage, of the frequencies of occurrence of wild and domestic animals within the diet of the herd.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den wichtigsten Ergebnissen geh\u00f6rt der Nachweis, dass die Ern\u00e4hrung des Wolfes selbst in einer vom Menschen beeinflussten und genutzten Umgebung wie dem Untersuchungsgebiet trotz der gro\u00dfen Anzahl von Nutztieren in dem Gebiet fast ausschlie\u00dflich auf Wildtieren basiert (92 %, wie in der Grafik dargestellt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mehr Details kann die Studie von der Seite des <a href=\"https:\/\/www.centrograndicarnivori.it\/download\" class=\"rank-math-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Centro Grandi Carnivori<\/a> heruntergeladen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Analyse der Ern\u00e4hrung von gro\u00dfen Beutegreifern ist nicht nur aus \u00f6kologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht von grundlegender Bedeutung, da diese Arten h\u00e4ufig als Bedrohung angesehen werden. 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