{"id":8152,"date":"2020-09-14T15:40:41","date_gmt":"2020-09-14T15:40:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/il-lupo-sulle-alpi\/the-wolf-in-slovenia\/"},"modified":"2021-02-05T13:22:13","modified_gmt":"2021-02-05T13:22:13","slug":"the-wolf-in-slovenia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/il-lupo-sulle-alpi\/the-wolf-in-slovenia\/","title":{"rendered":"Der Wolf in Slowenien"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kontext, nat\u00fcrliche R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe und Entwicklung der Population bis 2020<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders als in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sind W\u00f6lfe auf slowenischem Staatsgebiet nie ganz verschwunden. W\u00e4hrend der Jahrzehnte der systematischen Wolfsverfolgung im 18. und 19. Jahrhundert \u00fcberlebten die W\u00f6lfe in den entlegensten Teilen des Dinarischen Gebirges. Nach dem Ende des  Ersten Weltkriegs und erneut w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs begann die Wolfspopulation in Slowenien zu expandieren. Doch diese Phase war nur von kurzer Dauer, denn schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann die systematische Verfolgung der W\u00f6lfe erneut. Obwohl in den siebziger Jahren die Pr\u00e4mien f\u00fcr das T\u00f6ten von W\u00f6lfen und die Jagdzeiten abgeschafft wurden, wird vermutet, dass es in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts nur noch wenige Individuen in Slowenien gab. Nach dem ganzj\u00e4hrigen Schutz des Wolfes im Jahr 1993 begann die dritte Phse der Ausbreitung der Art im Dinarischen Gebirge, nachdem die Population zu wachsen begann und einige ihrer historischen Lebensr\u00e4ume wieder besiedelte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das systematische Wolfsmonitoring auf der Grundlage molekularer Analysen nicht-invasiver genetischer Proben, Capture-Recapture-Modellierung und systematischer Wolfsnachweise mittels &#8222;Verh\u00f6ren&#8220; begann im Jahr 2010. Zwischen 2010 und 2011 lag die gesch\u00e4tzte Wolfspopulationsgr\u00f6\u00dfe in Slowenien zwischen 34 und 42 Individuen. Seitdem ist die Ausbreitung und das Wachstum der Wolfspopulation in Slowenien gut dokumentiert. Die letzte verf\u00fcgbare Sch\u00e4tzung der Populationsgr\u00f6\u00dfe stammt aus der Monitoringsaison 2018\/2019. Es wurde gesch\u00e4tzt, dass es zwischen 86 und 110 W\u00f6lfe (ohne grenz\u00fcberschreitende Individuen) in Slowenien gibt, die 14 Rudel bilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Beginn der dritten Ausbreitungsphase war die Anwesenheit von Wolfsrudeln auf die s\u00fcdlichen und westlichen Teile Sloweniens beschr\u00e4nkt. Als das systematische Monitoring begann, gab es nur sporadische Vorkommen von Einzeltieren in den voralpinen und alpinen Regionen des Landes. Doch in den Monitoring-Saisonen 2018\/2019 und 2019\/2020 gab es einen rasanten Sprung in der r\u00e4umlichen Ausdehnung der Wolfspopulation. Zun\u00e4chst wurden drei  Paare in den alpinen und voralpinen Regionen nachgewiesen, und w\u00e4hrend des Verh\u00f6rens 2019 wurde die Anwesenheit von drei neu gegr\u00fcndeten Wolfsrudeln festgestellt. Dies markiert die R\u00fcckkehr des Wolfs in ein Gebiet, aus dem er im 18.\/19. Jahrhundert verschwunden war.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Hauptprobleme und Bedrohungen<\/strong><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Slowenien sind, wie auch in anderen L\u00e4ndern mit permanenten Wolfspopulationen, die Hauptprobleme im Zusammenhang mit diesem gro\u00dfen Beutegreifer die Risse von Nutztieren und bis zu einem gewissen Grad die Konkurrenz mit J\u00e4gern um die nat\u00fcrliche Beute, meist wilde Huftiere. Die Sch\u00e4den an Nutztierbest\u00e4nden schwanken periodisch. In der ersten H\u00e4lfte des letzten Jahrzehnts gab es einen R\u00fcckgang der Wolfssch\u00e4den, seit 2017 steigt die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere (meist Schafe und Ziegen). In den letzten Jahren gab es auch einen Anstieg der von W\u00f6lfen verursachten Sch\u00e4den an gr\u00f6\u00dferen Weidetieren (meist Rinder), was ein Problem darstellt, da die meisten lokalen Technologien zur Schadensvermeidung f\u00fcr kleinere Tiere getestet und entwickelt wurden. Dar\u00fcber hinaus stellt die r\u00e4umliche Ausbreitung von W\u00f6lfen in voralpine und alpine Regionen eine neue Herausforderung f\u00fcr den Schutz gro\u00dfer Almen dar, insbesondere von Almen, die gleichtzeitig ein beliebtes Erholungsziel sind. Dar\u00fcber hinaus hat die R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe in die alpinen Regionen starke Gef\u00fchle der Angst innerhalb der lokalen Gemeinden geweckt, die eine permanente Wolfspr\u00e4senz nicht gewohnt waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der illegalen Verfolgung ist die Hybridisierung mit Hunden eine zunehmende Bedrohung f\u00fcr die slowenische Wolfspopulation. Obwohl dieses Ph\u00e4nomen nicht so gravierend ist wie in einigen anderen L\u00e4ndern, haben wir in letzter Zeit bereits zwei Rudel mit Wolf-Hund-Hybriden entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Artenschutz und Management<\/strong><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Slowenien genie\u00dft der Wolf einen vollst\u00e4ndigen gesetzlichen Schutz, wobei ausnahmsweise Entnahmen erlaubt sind, um gr\u00f6\u00dfere Konflikte mit der Landwirtschaft zu verringern. Bestimmungen zum Wolfsschutz sind in der nationalen Gesetzgebung im Naturschutzgesetz, im Umweltschutzgesetz, im Jagdgesetz und im Forstgesetz enthalten. Seit 2015 finanziert das slowenische Umweltministerium nationale Wolfsmonitoringprojekte, zahlt Entsch\u00e4digungen f\u00fcr Wolfssch\u00e4den und finanziert Herdenschutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontext, nat\u00fcrliche R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe und Entwicklung der Population bis 2020 Anders als in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sind W\u00f6lfe auf slowenischem Staatsgebiet nie ganz verschwunden. W\u00e4hrend der Jahrzehnte der systematischen Wolfsverfolgung im 18. und 19. Jahrhundert \u00fcberlebten die W\u00f6lfe in den entlegensten Teilen des Dinarischen Gebirges. 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