{"id":4247,"date":"2020-08-04T13:22:11","date_gmt":"2020-08-04T13:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lifewolfalps.eu\/il-lupo-sulle-alpi\/il-lupo-in-austria\/"},"modified":"2021-02-03T12:17:50","modified_gmt":"2021-02-03T12:17:50","slug":"il-lupo-in-austria","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/il-lupo-sulle-alpi\/il-lupo-in-austria\/","title":{"rendered":"Der Wolf in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong><strong>Die Wolfspopulation in \u00d6sterreich bis 2020: Ausrottung und nat\u00fcrliche Wiederbesiedlung<\/strong><\/strong><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher lebten W\u00f6lfe in ganz \u00d6sterreich. Aufgrund von verursachten Sch\u00e4den an Nutztieren, Konkurrenz um das Wild und einer direkten Bedrohung f\u00fcr Menschen \u2013 bedingt durch die damalige Lebensweise &#8211; wurden W\u00f6lfe in \u00d6sterreich verfolgt und Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Bis ins Jahr 2008 tauchten sie nur noch gelegentlich auf. Seit 2009 wandern W\u00f6lfe regelm\u00e4\u00dfig aus den Nachbarpopulationen ein, seit 2016 mit steigenden Zahlen. \u00d6sterreich ist zu rund 48% mit Wald bedeckt und weist die h\u00f6chste Schalenwilddichte Europas auf. Die allgemeine Habitatqualit\u00e4t ist daher als gut einzustufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die W\u00f6lfe in \u00d6sterreich stammen aus vier verschiedenen Populationen, aus den West- und S\u00fcdalpen (Italien, Frankreich und Schweiz), dem Dinarischen Gebirge (Slowenien, Kroatien), den Karpaten (Slowakei) und dem mitteleurop\u00e4ischen Tiefland (Deutschland, Westpolen und Tschechien). Am Anfang kamen die meisten W\u00f6lfe aus dem S\u00fcden und siedelten sich in den Alpen an, aber in den letzten Jahren gelangten immer mehr W\u00f6lfe aus der mitteleurop\u00e4ischen Tieflandpopulation nach \u00d6sterreich, wahrscheinlich aufgrund des Populationsanstiegs und ihrer Ausdehnung nach Tschechien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste Rudel gr\u00fcndete sich 2016 auf dem Truppen\u00fcbungsplatz Allentsteig. In den folgenden Jahren gab es ein Rudel im Jahr 2017, jeweils drei Rudel in den Jahren 2018 und 2019, und wahrscheinlich nur ein Rudel im Jahr 2020. Die Zahl der best\u00e4tigten erwachsenen und subadulten W\u00f6lfe stieg von 6 im Jahr 2016 auf 32 im Jahr 2019. Alle bisher bekannten Rudel befinden sich im Waldviertel in Nieder\u00f6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00f6lfe in \u00d6sterreich weisen hohe Fluktuationsraten auf. Einzige Ausnahme sind die Elternw\u00f6lfe aus dem Allentsteiger Rudel. Einzelne W\u00f6lfe in den Alpen sind im Durchschnitt 5 Monate lang genetisch nachweisbar, wenn man alle Hinweise ber\u00fccksichtigt sind es 7 Monate. Die entsprechenden Zeitr\u00e4ume in nicht-alpinen Gebieten liegen bei 5 bzw. 13 Monaten. Die hohen Fluktuationsraten der einzelnen W\u00f6lfe f\u00fchren zu einem \u00e4hnlichen Muster bei den Rudeln. Au\u00dferhalb des Truppen\u00fcbungsplatzes blieben die Rudel nicht l\u00e4nger als ein Jahr erhalten und in den alpinen Gebieten hat sich noch kein Rudel gebildet. Jungw\u00f6lfe die in \u00d6sterreich geboren wurden, wurden sp\u00e4ter nie wieder au\u00dferhalb des Territoriums des jeweiligen Rudels in \u00d6sterreich nachgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>\u00d6ffentliche Debatte<\/strong><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In \u00d6sterreich wird \u00fcber die R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe heftig diskutiert. W\u00e4hrend sich die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung daf\u00fcr ausspricht, lehnen einige Teile der Gesellschaft die R\u00fcckkehr g\u00e4nzlich ab und fordern wolfsfreie Zonen oder gar ein wolfsfreies \u00d6sterreich. Am prominentesten unter diesen Gruppen sind Schafz\u00fcchter und J\u00e4ger. Die Schafhalter sind in der \u00f6ffentlichen Debatte sehr laut und offen. Sie argumentieren, dass Ma\u00dfnahmen zur Schadenspr\u00e4vention schwer oder gar nicht durchf\u00fchrbar sind. J\u00e4ger verhalten sich in der \u00f6ffentlichen Debatte gem\u00e4\u00dfigter, aber viele J\u00e4ger akzeptieren den Wolf nicht. Aussagen wie &#8222;wenn ich einen Wolf sehe, werde ich ihn schie\u00dfen&#8220; sind sehr verbreitet. Die \u00d6ffentlichkeit kann die \u00c4ngste der Schafz\u00fcchter nachvollziehen. Die Verwendung von Steuergeldern zur Unterst\u00fctzung der Schafhalter f\u00fcr die Schadensverh\u00fctung wird allgemein akzeptiert. Weniger akzeptiert ist die Sichtweise der J\u00e4ger, da ihre Motivation als egoistische Haltung angesehen wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong>Schutz und Management des Wolfs<\/strong><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die R\u00fcckkehr des Wolfes in diesem schwierigen \u00f6ffentlichen Kontext zu bewerkstelligen, haben die \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4nder und die Bundesministerien eine Dachorganisation gegr\u00fcndet, das &#8222;\u00d6sterreichzentrum B\u00e4r, Wolf, Luchs&#8220;. Au\u00dferordentliche Mitglieder sind Interessensvertretungen und wissenschaftliche Institutionen. Die Idee dieser Organisation ist es, die \u00f6ffentlichen Verwaltungen bei der Bew\u00e4ltigung dieser Herausforderungen innerhalb des gesetzlichen Rahmens zu unterst\u00fctzen und ein konfliktarmes Zusammenleben von gro\u00dfen Beutegreifern und Menschen, insbesondere Landnutzern, zu erm\u00f6glichen. Diese Organisation wurde Anfang 2019 gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wolf ist im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet und daher streng gesch\u00fctzt. Die Umsetzung von Ma\u00dfnahmen zum Herdenschutz und anderer Ma\u00dfnahmen, die das Zusammenleben von Wolf und Mensch unterst\u00fctzen, stehen noch ganz am Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wolfspopulation in \u00d6sterreich bis 2020: Ausrottung und nat\u00fcrliche Wiederbesiedlung Fr\u00fcher lebten W\u00f6lfe in ganz \u00d6sterreich. Aufgrund von verursachten Sch\u00e4den an Nutztieren, Konkurrenz um das Wild und einer direkten Bedrohung f\u00fcr Menschen \u2013 bedingt durch die damalige Lebensweise &#8211; wurden W\u00f6lfe in \u00d6sterreich verfolgt und Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. 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