{"id":5566,"date":"2020-07-21T13:21:26","date_gmt":"2020-07-21T13:21:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/fake-news\/no-il-lupo-non-e-stato-reintrodotto\/"},"modified":"2020-10-01T09:01:33","modified_gmt":"2020-10-01T09:01:33","slug":"no-il-lupo-non-e-stato-reintrodotto","status":"publish","type":"fake_news","link":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/falsche-legenden\/no-il-lupo-non-e-stato-reintrodotto\/","title":{"rendered":"\u201cNein, der Wolf wurde nicht aktiv wiederangesiedelt\u201d"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa wurde <strong>noch nie nachweislich<\/strong> ein Wolf gefangen und dann zur Wiederansiedlung umgesiedelt und wieder freigelassen. Die Ausbreitung des Wolfes in den Alpen, sowie in anderen europ\u00e4ischen Regionen in den letzten vierzig Jahren, ist einzig und allein das Ergebnis der nat\u00fcrlichen Dynamik dieser Tierart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ger\u00fccht von Auswilderungen durch den Menschen entstand, weil einige W\u00f6lfe weit entfernt von den n\u00e4chsten Rudeln auftauchten. Viele Menschen konnten sich nicht vorstellen, dass W\u00f6lfe alleine so gro\u00dfe Distanzen zur\u00fccklegen k\u00f6nnen. Das Problem ist, dass wir Menschen dazu neigen, die Bewegungsf\u00e4higkeit dieser Spezies zu untersch\u00e4tzen. Nur weil sie nicht Auto fahren oder den Zug nehmen k\u00f6nnen, sollten sie dazu verdammt sein, ihr Leben innerhalb weniger Quadratkilometer zu verbringen. Einige terrestrische Arten, darunter der Wolf, sind in der Lage, gro\u00dfe Distanzen zu \u00fcberwinden: In ihrem eigenen Territorium k\u00f6nnen sie an einem einzigen Tag Dutzende von Kilometern zur\u00fccklegen; wenn sie abwandern, k\u00f6nnen sie innerhalb weniger Monate mehrere hundert Kilometer zur\u00fccklegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausbreitung \u00fcber weite Entfernungen ist ein charakteristisches Verhalten dieser Tierart. Es ist ein dynamischer und schrittweiser Prozess, bei dem die subadulten W\u00f6lfe ihr urspr\u00fcngliches Rudel und dessen Territorium verlassen. Sie suchen nach einem eigenen geeigneten Territorium und nach einem Wolf des anderen Geschlechts, um sich fortzupflanzen und ein neues Rudel zu bilden. Die abwandernden Jungw\u00f6lfe legen dabei oft gro\u00dfe Distanzen zur\u00fcck, manchmal sogar durch flache oder h\u00fcgelige Gebiete, die dichter besiedelt und bebaut sind. Dort sind die Gefahren f\u00fcr einen Wolf meist gr\u00f6\u00dfer als in den Bergen (z.B. h\u00f6heres Risiko \u00fcberfahren zu werden, mehr anthropogene St\u00f6rungen, teils geringere Verf\u00fcgbarkeit von Beute). Die Sterblichkeitsrate dieser Tiere ist daher hoch.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie k\u00f6nnen wir das wissen?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhand genetischer Analysen von biologischen Proben (z.B. Kot, Gewebe, Haare) die W\u00f6lfe zur\u00fccklassen, konnten zahlreiche Wanderungen in den Westalpen dokumentiert werden (siehe z.B. das Bild aus dem Bericht des <a href=\"http:\/\/www.centrograndicarnivori.it\/media\/2ae69a86.pdf\" class=\"rank-math-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Piemontesischen Wolfsprojekts<\/a> von Marucco et al. 2010). Die &#8222;Knoten&#8220; auf der Karte stellen die Orte dar, an denen biologische Proben desselben Wolfes in den Jahren 1999 bis 2008 nachgewiesen wurden. Die Proben sind mit einem einzigartigen Code (z.B. CN-M100) benannt, der auch das Geschlecht des Tieres identifiziert, m\u00e4nnlich (M) oder weiblich (F):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"601\" height=\"516\" src=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dispersioni_Progetto_Lupo-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2994\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dispersioni_Progetto_Lupo-1.png 601w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dispersioni_Progetto_Lupo-1-300x258.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 98vw, (max-width: 1199px) 64vw, 601px\" \/><figcaption>Dokumentierte nat\u00fcrliche Ausbreitung in den Alpen von W\u00f6lfen aus dem Piemont von 1999 bis 2008.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus wurden einige W\u00f6lfe gefangen (zu Forschungszwecken oder weil sie in freier Wildbahn verletzt aufgefunden und dann geborgen wurden) und mit einem GPS-Telemetriehalsband wieder freigelassen. Diese Halsb\u00e4nder sind in der Lage, die Position des Tieres in Echtzeit zu \u00fcbermitteln, so dass seine Bewegungen im Detail verfolgt werden k\u00f6nnen. Zu den ber\u00fchmtesten dokumentierten Wanderungen geh\u00f6rt die des Wolfes &#8222;Ligabue&#8220; im Jahr 2004, vom toskanisch-emilianischen Apennin bis in die ligurischen Alpen (beschrieben in Ciucci P. et al. &#8222;Long-Distance Dispersal of a Rescued Wolf from the Northern Apennines to the Western Alps&#8220;, Journal of Wildlife Management 73(8): 1300-1306):<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"541\" src=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/ligabue-dispersal-Ciucci.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2996\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/ligabue-dispersal-Ciucci.jpg 720w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/ligabue-dispersal-Ciucci-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/ligabue-dispersal-Ciucci-640x481.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 98vw, (max-width: 1199px) 64vw, 720px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang 2012 wanderte der Wolf &#8222;Slavc&#8220; von Slowenien aus \u00fcber \u00d6sterreich nach Italien, wo er noch im gleichen Jahr nach einer langen Reise in der Hochebene der Lessinischen Berge mit dem Weibchen &#8222;Juliet&#8220; das erste Rudel bildete, das aus einem Wolf der dinarischen Population und einem Wolf der alpinen Population bestand. Dokumentiert wurde diese Wanderung von den ForscherInnen der Universit\u00e4t Ljubljana innerhalb des <a href=\"https:\/\/www.volkovi.si\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/slowolf_final_report.pdf\" class=\"rank-math-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LIFE SloWolf-Projektes<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"679\" height=\"493\" src=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/slavc-dispersal-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2998\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/slavc-dispersal-1.png 679w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/slavc-dispersal-1-300x218.png 300w, https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/slavc-dispersal-1-640x465.png 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 98vw, (max-width: 1199px) 64vw, 679px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich wurde in den letzten vierzig Jahren die R\u00fcckkehr des Wolfes in vielen Bereichen indirekt gef\u00f6rdert: indem er auf nationaler und internationaler Ebene <strong>rechtlichen Schutz<\/strong> genie\u00dft (einst galt der Wolf als sch\u00e4dliches Tier, weshalb seine Ausrottung gef\u00f6rdert wurde); indem <strong>in manchen Regionen der Alpen das Leben in den Bergen aufgegeben wurde<\/strong>, wodurch es zu einer Entv\u00f6lkerung und Bewaldung der Landschaft kam; indem wir wildlebende Huftiere (Wildschweine, Rehe, Damhirsche, Rothirsche), die auch die bevorzugte Beute des Wolfes sind, gef\u00f6rdert haben und somit die <strong>\u00f6kologischer Bedingungen beg\u00fcnstigt<\/strong> haben, die f\u00fcr die Anwesenheit eines gro\u00dfen Beutegreifers notwendig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong>Fazit<\/strong>: <\/strong>Die aktuelle Ausbreitung des Wolfes ist in jedem Fall das Ergebnis der nat\u00fcrlichen Dynamik dieser Art, eine gezielte Wiederansiedlung wurde in Europa noch nie durchgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":3003,"template":"","class_list":["post-5566","fake_news","type-fake_news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fake_news\/5566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fake_news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/fake_news"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lifewolfalps.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}